HOFPROJEKT SWITTALEK 2003

Die zwei gegenüberstehenden Glasliftkorpuse im Innenhof dieses historischen Gebäudes, sind für mich wie eine Brücke zwischen der Architektur damals als das Gebäude erbaut wurde und Architektur heute mit all ihrer Funktionalität.

Neben dem historischen bestehenden Stiegenhaus, unterstreicht diese neue Liftanlage wie funktional, klar und nüchtern heute funktionelle Architektur aussehen kann. Ich sehe diese Anlage wie eine Kommunikationsinstallation welche einerseits die Personen in die unterschiedlichen Stockwerke befördern, und andererseits eine art Sichtkommunikation mit dem Benützer des gegenüber stehenden Liftes aufnehmen können. Auch wenn es nur manchmal ein Bruchteil einer Sekunde ist wo sich die Liftkabinen sich auf derselben Ebene treffen, so ist es eine Begegnung die unweigerlich passiert, ob sie nun bewusst oder unbewusst wahrgenommen wird. Wenn die Liftkabinen sich auf demselben Stockwerk treffen, so kann sich dieser Moment länger hinauszögern, da es abhängig ist wie schnell oder langsam die Kabine betreten wird. Natürlich ist ein gewisser voyeuristischer Aspekt nicht auszuschliessen, der für mich unheimlich spektakulär und spannend ist.

Ich versuche eine inhaltliche Brücke zwischen der Architektur und der Geschichte bzw. Hintergrund dieses Gebäudes zu schaffen, indem ich Portraits der Familienmitglieder der Besitzer auf einer eigens von mir entwickelten Projektionsobjekt projiziere, und wiederum abfotografiere. Bei diesem Prozess erreiche ich eine zweidimensionale Dreidimensionalität Diese Fotos werden dann auf eine transparente selbstklebende Folie gedruckt, sodass eine gewisse Transparenz gewährleistet bleibt, um die Liftbenützer von der Hofseite erahnen zu können. Das Portrait der ältesten Mitglieder werden auf die Rückseite der Liftkabine Richtung Hof auf die Glasfläche aufkaschiert, wobei die Augenpartien ausgeschnitten werden, und eine transparente Fläche frei bleibt.

Vor dieser transparenten Fläche wird ein Acrylglasobjekt montiert, wo ein Zeitbegriff dreidimensional mittels meiner Punkttechnik relativiert wird. Auf jeweils drei Stockwerken werden die Augenpartien von weiteren Familienmitglieder verschiedener Generationen aufgeteilt, und auf den äusseren Glaskorpus auf die Glasfläche aufkaschiert. Somit werden die fehlenden Augenpartien der Portraits in den Liftkabinen mit den Augenpartien der anderen Familienmitgliedern ergänzt, wenn die Kabine vorbei fährt oder in den jeweiligen Stockwerken hält.

Norbert Brunner

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