“SORRY, WHAT DO YOU MEAN ?„

Die Installation “sorry, what do you mean” ist ein Kooperationsprojekt mit dem „the public“ (www.thepublic.com/gallery )Team in West Bromwich/UK und Kallco Projekt in Wien. Sie soll nicht nur eine Brücke zwischen den beiden Gebäuden von Brullmann und Delugan & Meisl sein, sondern auch eine Verbindung zwischen den verschiedenen Kulturen und soziale Ansichten innerhalb Europas und den Rest der Welt. Der Text wurde deshalb in der englischen Sprache gewählt, da Englisch die anerkannte Weltsprache ist, und somit niemanden ausschliesst.

Die Portraits wurden in den Midlands in England aufgenommen. Es sind Menschen die ich während meines 3 Monatigen Projektaufenthaltes fotografiert habe. Da diese verschiedene Generationen und Kulturen angehören, symbolisieren sie für mich die unterschiede unserer Weltbevölkerung. Die Punktstruktur der Fotografien entsteht, indem ich die Fotos mittels Videoprojektor auf ein eigens dafür angefertigtes Projektionsobjekt projizierte. Diese von mir seit 1992 entwickelten Punkttechnik (siehe www.brunner.to) ermöglicht mir eine Dreidimensionalität in der Zweidimensionalität. Durch die verschiedenen Schritte, die ich benötige ( 1. fotografieren der Personen, 2. projizieren dieser Fotografien auf ein von mir entwickeltes Projektionsobjekt, 3. erneutes abfotografieren von dem Projektionsobjekt) um zum endgültigen Ergebnis zu gelangen, geschieht auch eine erweiterte Interpretation des von mir zuvor gesehenen. Zum ersten durch die Dokumentation der Kamera eines „Jetzt“ Zustandes in der Vergangenheit, und zweitens, durch die nochmalige Dokumentation derselben Fotografie, die auf eine von mir erarbeiteten Dreidimensionale Oberfläche projiziert wurde. Dabei ist für mich die digitale Fotografie sehr wichtig, da sie für mich die Pixelstruktur der Fotografie sichtbar macht, und somit auch den Aufbau einer solchen visuellen Dokumentation nachvollziehen lässt.

Ich stelle Bewusst eine Frage, da ich in meiner Arbeit prinzipiell keine Antwort geben möchte. Deshalb können meine Objekte und Installationen oder Projektionen nur von einem bestimmten Blickwinkel erkannt werden, sodass der Betrachter den für ihn richtigen Standort finden muss, und somit zu einem wichtigen Teil meiner Arbeit wird. Gleichzeitig relativiere ich alles erkannte, da es sich aus anderen Blickwinkel in tausenden von Punkten auflöst, und beziehe aber gleichzeitig den Betrachter in meine Arbeit ein, da nur er den für ihn „richtigen“ Standpunkt finden kann, aber für sich selbst das scheinbar gesehene interpretieren muss, da es sich dann wieder auflöst.

Aus technischen Gründen konnte ich leider den Text nicht in meiner gewohnten Technik wie beschrieben umsetzen. Aus diesem Grund versuche ich den Betrachter bewusst mit einer Frage zu konfrontieren, um ihn erstens miteinzubeziehen, und zweitens garantiert unterschiedliche Antworten von all denen zu entlocken.

Durch die transparenz der Drucke, wollte ich keine Wand entstehen lassen, sondern eine Raumkommunikation beibehalten. Weiters wird somit jeder Benützer der Brücke ein Teil der Gesamtinstallation.


Norbert Brunner, Wien 2004


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